Landesverband Baden-Württemberg

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Anneliese Schmeh mit Naturschutzpreis ausgezeichnet

(4. Januar 2010) Anneliese Schmeh erhält BUND-Naturschutzpreis bei den Naturschutztagen in Radolfzell.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, zeichnete dieses Jahr das Bioland-Mitglied Anneliese Schmeh mit dem Gerhard-Thielcke-Naturschutzpreis aus. Die 56-jährige Bäuerin und Landwirtschaftsmeisterin vom Hagenweilerhof in Überlingen-Lippertsreute erhielt den Preis für ihr großes gesellschaftliches Engagement. "Ob bei Aktionen gegen Gentechnik, in der Direktvermarktung oder bei der Erhaltung des regionalen Schlachthofs in Überlingen – immer hat Frau Schmeh durch ihr Wissen, ihren Mut, ihre Energie und ihr Verhandlungsgeschick beeindruckt", erklärte die BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender in ihrer Laudatio und betonte: "Nicht nur aufgrund ihrer Kooperationsbereitschaft genießt sie große Hochachtung in der Region. Ihre Meinung zählt in der Landwirtschaft, bei den Bürgern und auch bei den Umweltverbänden."

Schon 1986 stellte Anneliese Schmeh ihren Hof auf ökologische Wirtschaftsweise um und schloss sich Bioland an. Auf ihrem Land wachsen nur Hochstämme, keine Plantagen. Es gibt Heckenpflanzungen und Eulenkästen, eine Quelle versorgt Bach und Tiere mit Wasser. "Die Sorge um die bäuerliche Landwirtschaft ist für sie die größte Motivation", erklärte Dahlbender. Unermüdlich hat sie sich in Gesprächen, Vorträgen und Diskussionen gegen die Agro-Gentechnik stark gemacht. 2004 wurde von Kommunen und Bauern auf Druck der Landwirte in Überlingen und Umgebung die erste gentechnikfreie Region in Baden-Württemberg ausgerufen. Anneliese Schmeh war dabei die treibende Kraft. Über 5000 Hektar werden dort seither und in Zukunft gentechnikfrei bewirtschaftet.

Auch der Impuls, den regionalen Schlachthof in Überlingen zu erhalten, ging von Anneliese Schmeh aus, betonte Dahlbender. Geschickt habe sie auf diesem Weg die regionale Vermarktung gesichert, die Erzeuger vor der Abhängigkeit von weiter entfernten Großschlachthöfen geschützt und unnötige Tiertransporte verhindert. Das Projekt, 1995 in London mit dem Europäischen Umweltpreis von zwei renommierten Stiftungen ausgezeichnet wurde, funktioniert nun seit drei Jahren.

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