
Landesverband Baden-Württemberg
Presseinformation
Ökolandbauförderung zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Bioverbände kritisieren Einsparmaßnahmen beim MEKA
(Stuttgart, 23.3.2004) Ab sofort wird die Umstellung auf den ökologischen Landbau im Rahmen des MEKA-Programms nicht mehr gefördert. Das Signal, das von dieser vom Land als "Maßnahme zur Ausgabenbegrenzung" bezeichneten Verfügung ausgeht, ist nach Meinung der Öko-Anbauverbände Bioland und Demeter kontraproduktiv und nicht zu rechtfertigen.
Nachdem das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium bereits im Vorjahr zugesagte Verbesserungen bei der Ökoförderung im MEKA kurzfristig zurückgenommen hatte, trifft der jetzige Förderstop ein zweites mal all diejenigen, die auf Ökolandbau umstellen wollen. Dies ist nach Meinung der beiden Ökoverbände BIOLAND und DEMETER nicht zu rechtfertigen. Neueste wissenschaftliche Studien der Universität Hohenheim belegen, dass ökologische Betriebe im Durchschnitt weniger Fördermittel erhalten als vergleichbare konventionell wirtschaftende Betriebe. "Nicht eine Kürzung der Förderung ist angesagt, sondern vielmehr eine Anhebung," so die Forderung der Ökoverbände. Zu befürchten ist, dass viele umstellungswilligen Betriebe den Einstieg in den ökologischen Landbau nun nicht mehr wagen, denn gerade in den ersten drei Umstellungsjahren kann die Förderung helfen, finanzielle Verluste zu minimieren bzw. auszugleichen.
Die Ökobetriebe sind auch von einer weiteren Sparmaßnahme betroffen, die es untersagt, dass eine bereits im Vorjahr beantragte Maßnahme um mehr als 0,5 Hektar aufgestockt wird. Da auch die einzelnen Öko-Betriebe im mittelfristigen Trend immer größere Flächen bewirtschaften, behindert das Land auf diese Weise den sich auch im ökologischen Landbau abzeichnenden Strukturwandel. Dies erscheint umso unverständlicher, als die umwelt- und marktentlastenden Wirkungen, die von einer Umstellung auf ökologischen Landbau ausgehen, wissenschaftlich eindeutig zu belegen sind.
Die Ökoverbände fordern vom Land deshalb eine Rücknahme dieser Sparbeschlüsse. Um dem eigenen Anspruch der Landesregierung gerecht zu werden, beim ökologischen Landbau einen Spitzenplatz einzunehmen, müsse das Landwirtschaftsministerium auch weiterhin die Umstellungs-Förderung im bisherigen Umfang sicherstellen.
