
Landesverband Baden-Württemberg
Presseinformation
Gentechnikfreiheit in der Region Donau-Riß
(Mettenberg, 13.4.2004) Die Region Donau-Riß soll gentechnikfrei bleiben. Das forderten konventionell und biologisch wirtschaftende Betriebe bei einem Pressegespräch am 13. April auf dem Bioland-Betrieb Weber in Mettenberg.
"Baden-Württemberg muss frei bleiben vom kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Deshalb wollen wir eine Landwirtschaft ohne Gentechnik in unserer Region", so Josef Weber. Der Bioland-Bauer aus Mettenberg fürchtet derzeit um seine Existenz: "Ist die Gentechnik erst einmal auf unseren Feldern, ist dieser Weg nicht mehr umkehrbar. Ein Nebeneinander verschiedener Formen der Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik ist besonders im klein parzellierten Baden-Württemberg nicht möglich! Schließlich machen Bienen und Pollen nicht an Feldgrenzen halt."
Ähnlich sehen das auch die konventionellen Landwirte: "Wir raten unseren Bauern dringend, die Finger von gentechnisch veränderten Saatgut und Organismen zu lassen", betont Gerhard Glaser. Der Obmann des Kreisbauernverbandes Biberach-Sigmaringen ist sicher, dass die Agro-Gentechnik den hiesigen Landwirten nur schadet: "Bauern, die Genmais oder Genraps produzieren, bekommen momentan zwei bis drei Euro weniger pro Doppelzentner als ihre gentechnikfrei arbeitenden Kollegen. Außerdem steigert die Gentechnik unsere Abhängigkeit von der Industrie. Und das müssen wir entweder sofort oder später bezahlen", befürchtet Landwirt Glaser.
Noch haben es Politik und Verbraucher in der Hand, dafür zu sorgen, dass wir auch in Zukunft gentechnikfreie Lebensmittel genießen können. Die Gesetzgeber sind gerade dabei, die Koexistenz, das heißt das Nebeinander von Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik zu regeln.
