Landesverband Baden-Württemberg

Presseinformation

Gute Ernte bei Bioland

Stuttgart, 27.9.2004   Die Bio-Getreideernte in Baden-Württemberg war dieses Jahr ein Erfolg. So steigerte sich beispielsweise der Ertrag von Roggen im Südwesten des Landes im Vergleich zu 2003 um 20 Prozent.

Die Qualität des auf insgesamt auf 7000 Hektars angebauten Korns ist fast so gut wie im perfekten sonnigen Vorjahr. Erste Ergebnisse von Dinkeluntersuchungen lassen gute Back- und Verarbeitungsqualitäten erwarten. Auch Roggen und Braugerste haben eine hohe Qualität. Die Preise für Konsum- und Futtergetreide stehen aufgrund der Marktentwicklungen in anderen EU-Ländern unter Druck. "Der konventionelle Markt mit seinen Dumpingpreisen beeinflusst auch den Handel mit Biogetreide. Wo sich die Preise einpendeln, ist noch nicht klar. Wir erwarten jedoch, dass der Markt die Herkunfts- und Qualitätssicherheit von Bioland-Getreide honoriert", sagt Matthias Strobl, Landesgeschäftsführer von Bioland.

Ohnehin steht nur ein Teil der gesamten Ernte zum Verkauf. Denn die meisten Betriebe bauen das Getreide auch für den eigenen Bedarf an. Der Löwenanteil des Futtergetreides wandert in die Mägen der eigenen Tiere. Das Speisegtreide wird zu Brot verbacken und im Hofladen verkauft. Die meisten der Bioland-Bauern haben sich in Erzeugergemeinschaften zusammengeschlossen, um ihre Produkte gemeinsam regional zu vermarkten. In Baden-Württemberg existieren drei eigenständige und fünf kleinere Erzeugerzusammenschlüsse. Die größte, die Hohenloher OBEG, vermarktet das Getreide ihrer Bauern vorwiegend an Bäcker. Die rebio in Rottenburg verkauft das Getreide der südwestlichen Biobauern an Bäcker und Mühlen, die u.a. daraus Müslis und Flocken herstellen. Die drittgrößte Erzeugergemeinschaft, der Kornkreis in Herbrechtingen bei Heidenheim, beliefert auch die Bio-Brauereien in der Region.

Die Erzeugergemeinschaften sorgen gemeinsam mit dem Biolandverband dafür, dass die Qualitätsstandards den aktuellen Herausforderungen folgen. "Derzeit ist unser drängendstes Problem, wie der große Kontrollaufwand, der mit der Einführung der Gentechnik in Deutschland verbunden wäre, erfolgreich gemeistert werden kann"; betont Strobl.

Die Verbraucher schätzen offensichtlich die Gentechnikfreiheit und Sicherheit der Bio-Nahrungsmittel. So meldet der Bundesverband für Naturkost und Naturwaren in den ersten beiden Quartalen 2004 ein Umsatzplus von 5 bis 6 Prozent. Für die Bio-Lebensmittel spricht auch ihre Rückstandsfreiheit, die das bundesweit einmalige, auf fünf Jahre angelegte Ökomonitoring-Programm des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums nachweist: Im Jahr 2002 wies keine der 54 geprüften Proben aus heimischem Bio-Anbau Rückstände von Pflanzenschutzmitteln aus. Im Jahr 2003 wurden insgesamt 364 pflanzliche Ökolebensmittel untersucht. Wie im Vorjahr schnitt Obst und Gemüse aus biologischem Anbau wesentlich besser ab als konventionelles.

"Auch für die diesjährige Ernte erwarten wir gleich gute Ergebnisse. Wer auf gesunde, frische Produkte aus der Region Wert legt, findet unsere Produkte im Hofladen, Naturkosthandel und teilweise auch in Supermärkten", so Matthias Strobl.

zurück zum Pressebereich

Bioland - Ökologischer Landbau