Aktionsbündnis Gentechnik-freie
Landwirtschaft in Baden-Württemberg

Koordinationsstelle Aktionsbündnis:
Stephanie Botta, Tel.: 0711-550939-48 ,
stephanie.botta .at. bioland.de

Presse - Mitteilung

Wir wollen alles – außer Gentechnik

"Aktionsbündnis Gentechnik-freie Landwirtschaft" erklärt Landtag zur gentechnikfreien Anbauzone.

(Stuttgart, 22.2.2006) Mit einer spektakulären Aktion demonstrierten heute 70 Vertreter des Aktionsbündnis vor dem Baden-Württembergischen Landtag für eine Gentechnik-freie Landwirtschaft. Durch das symbolische Anpflanzen eines traditionellen Maisfeldes in der Bannmeile, wurde der Landtag zur gentechnikfreien Anbauzone erklärt. Im Rahmen der Aktion wurden die Abgeordneten in einem Brief aufgefordert, sich im Bundesrat aktiv gegen die von der Bundesregierung geplante Aufweichung des Gentechnikgesetzes einzusetzen. "Mehr als ¾ der Verbraucher lehnen Gentechnik in ihren Lebensmitteln ab", erklärte Stephanie Botta, Sprecherin des "Aktionsbündnis Gentechnik-freie Landwirtschaft". Sie fordert die Abgeordneten auf, diesen Wunsch der Wählerinnen und Wähler ernst zu nehmen.
Das "Aktionsbündnis Gentechnik-freie Landwirtschaft" ist ein Zusammenschluss von 27 Organisation aus den Bereichen Landwirtschaft, Kirche, Umwelt- und Naturschutz sowie Verbraucherschutz. "Wir setzen uns für eine Landwirtschaft ohne den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen in Baden-Württemberg ein", erläutert Jochen Fritz, Organisator der Aktion, die Ziele des Aktionsbündnisses. Er sieht darin große Chancen für die Zukunft unserer landwirtschaftlichen Produkte. "Dass der Einsatz von Gentechnik (auch) Vermarktungsrisiken birgt, zeigt zum Beispiel die Ankündigung des Babynahrungsmittelherstellers Hipp", verdeutlichte Matthias Strobl, Geschäftsführer von Bioland Baden-Württemberg auf der Pressekonferenz. "So fordert Hipp Garantien für die Gentechnikfreiheit seiner in Deutschland erzeugten Rohstoffe. Ohne diese Garantien sieht er sich gezwungen, die landwirtschaftlichen Produkte im gentechnikfreien Ausland einzukaufen."
Mit Beginn des Jahres wurde erstmals der Verkauf von gentechnisch verändertem Saatgut in Deutschland zugelassen. Was die Kritiker der Agro-Gentechnik schon immer ahnten, bestätigt Monsanto, einer der Hersteller dieses Saatgutes, in seiner neuesten Veröffentlichung. In dieser Empfehlung an die Landwirte gesteht Monsanto die Grenzen und Risiken ihrer Technologie ein: So kann der eigens gegen den Maiszünsler entwickelte BT-Mais zu Resistenzen bei den Schädlingen führen und verkehrt so das vorgebliche Ziel, den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu verringern, ins Gegenteil.
Das "Aktionsbündnis Gentechnik-freie Landwirtschaft" warnt darüber hinaus vor einem unkontrollierten Auskreuzen der gentechnisch veränderten Pflanzen. Ist die Gentechnik erst einmal auf unseren Feldern, ist dieser Weg nicht mehr umkehrbar. Ein Nebeneinander verschiedener Formen der Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik (Koexistenz) ist in Deutschland in der Praxis kaum vorstellbar, denn Wind und Bienen halten sich nicht an Feldgrenzen und Sicherheitsabstände. So zeigte ein konkreter Fall im Sommer 2005 dass bereits ein kleines Versuchsfeld ausreicht, um Honig und Pollen der in der Umgebung lebenden Bienenvölker nachhaltig zu kontaminieren (ots 09.09.2005).
Weitere Informationen zum "Aktionsbündnis Gentechnik-freie Landwirtschaft" finden Sie unter www.gentechnik-freie-landwirtschaft.de.

Ihre Ansprechpartnerin: Stephanie Botta (Sprecherin Aktionsbündnis Gentechnik-freie Landwirtschaft in Baden-Württemberg) erreichen Sie unter 0711-550939-48 oder mobil unter 0172-8018456.

zurück zum Pressebereich

Das Aktionsbündnis fordert von der Landesregierung Baden-Württemberg:

  • dass sie alle Spielräume nutzt, um auch in Zukunft in Baden-Württemberg eine Gentechnik-freie Landwirtschaft zu ermöglichen,
  • dass sie die ungelösten Probleme und Risiken hinsichtlich der Koexistenz von Landwirtschaftsformen mit und ohne Gentechnik aufgreift und von den Befürwortern der Gentechnik Antworten und praktikable Lösungen einfordert,
  • dass sie sich für die Kennzeichnungspflicht von tierischen Lebensmitteln einsetzt, wenn diese mit gentechnisch veränderten Futtermitteln erzeugt wurden,
  • dass sie sich für eine Nachweisgrenze von 0,1 % gentechnisch bedingten Verunreinigungen bei herkömmlichem Saatgut einsetzt,
  • dass beim Zeichen "Geprüfte Qualität aus Baden-Württemberg" Gentechnikfreiheit auch beim Futter gewährleistet wird,
  • dass der Anbau von GVO in Naturschutzgebieten und NATURA 2000 Gebieten verboten wird,
  • dass sie keine einseitige Info-Kampagnen für die Agro-Gentechnik unterstützt, sondern die Bürger umfassend über Alternativen informiert.

Das Aktionsbündnis "Gentechnik-freie Landwirtschaft in Baden-Württemberg" besteht aus folgenden Organisationen und Initiativen:

AbL Baden-Württemberg
Aktionsbündnis Gentechnik-freie Region Oberrhein
Attac Stuttgart/Tübingen/Freiburg (AG Landwirtschaft)
Bioland Baden-Württemberg
Bodensee Stiftung
BUND Baden-Württemberg
Dachverband Entwicklungspolitik Baden Württemberg
Demeter Baden-Württemberg
Deutscher Erwerbs- und Berufsimkerbund
Eurotoques
Evangelisches Bauernwerk in Württemberg
Evangelische Jugend auf dem Lande in Württemberg (ejl)
Forum Pro Schwarzwaldbauern
Greenpeace Gruppe Stuttgart/Esslingen/Freiburg
gepa Fair Handelshaus
Katholische Landjugend Bewegung Erzdiözese Freiburg
Katholische Landjugend Bewegung Rottenburg-Stuttgart
LandFrauenverband Südbaden
Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV)
LandFrauenverband Württemberg-Baden
Naturschutzbund NABU Baden-Württemberg
Naturheilverein Spechbach e.V.
Naturland Süd-West
Nürtinger Bündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittel
Verband Katholisches Landvolk e.V.
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V.
Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt

Bioland - Ökologischer Landbau