
Landesverband Baden-Württemberg
Presseinformation
Es gibt wieder Bio-Spargel
(Stuttgart, 25. März 2006)Der kalte verspätete Frühjahrstart lässt Spargelfans eine schlechte Ernte befürchten. Doch das muss nicht sein: "Im Winter ist es immer kalt und selbst wenn die Kälteperiode noch länger andauert, lässt sich schwer sagen ob es dadurch weniger Spargel geben wird, oder ob sich die Erntezeit verzögert", sagt Hubert Merz. Der Bioland-Landwirt baut in Neulußheim 1,3, Hektar Spargel an.
Die biologische Anbauweise beginnt bereits beim Nachwuchs. Kulturschutznetze schützen die empfindlichen Jungpflanzen vor der Spargelfliege. Gegen Spargelkäfer und Spargelhähnchen und deren Larven, hilft im Notfall ein Extrakt des indischen Neembaumes. Hubert Merz hat jedoch bisher selbst auf dieses natürliche Pflanzenschutzmittel verzichtet. "Es gibt eine Spinnenart, welche die Larven der Käfer frisst. Neem schadet auch den Spinnen und stört somit das Gleichgewicht der Natur. Meine Beobachtungen haben gezeigt, dass die Spinnen die Oberhand gewinnen." Natürlich, so räumt er ein, sei dies mit geringen Ernteeinbußen verbunden, doch die seien vertretbar.
Selbstverständlich sind für Biobauern nicht nur chemisch- synthetische Pflanzenschutzmittel, sondern auch leichtlösliche, mineralische Dünger tabu. Nährstoffe bekommen die Bio-Spargel von Gründüngungspflanzen und Mist. Dagegen wird bei herkömmlicher Düngung ein Hektar Boden um bis zu 200 Kilogramm mit Reinstickstoff angereichert, was dem Grundwasser durch Auswaschungen schadet und den Spargel bitterer macht. "Zu Großvaters Zeiten wurde noch rein mit Kuhmist gedüngt, welcher im Herbst auf den Boden kam. Zwar waren die Erträge geringer, aber der Spargel schmeckte bedeutend besser", weiß Spargelkenner Merz.
Schon die Ägypter, Griechen und Römer schätzten den Spargel nicht nur als wohlschmeckende Delikatesse oder Aphrodisiakum, sondern vor allem als gesundes Nahrungs- und Heilmittel. Spargel besteht zu etwa 93 Prozent aus Wasser. 100 Gramm Spargel hat nur an die 20 Kalorien (85 Joule) sowie 2 g Kohlenhydrate. Neben der entschlackenden Aminosäure Asparagin sowie Kalium enthält Spargel Phosphor, Kalzium und die Vitamine A, B1, B2, C, E sowie Folsäure. Mit all diesen Inhaltsstoffen ist Spargel gut für Nerven und Stoffwechsel. Er kräftigt das Immunsystem, stärkt die Leberfunktion und Herz und Kreislauf. Das Stangengemüse gibt es grün oder weiß. Weißer Spargel wächst unter der Erde, erst über der Erde wachsend macht die Sonne den Spargel grün. Weißer Spargel hat den typischen feinen Spargelgeschmack und viel Asparagin. Grüner Spargel schmeckt dagegen kräftiger und enthält mehr Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.
In der Region, die berühmt ist für ihre "Bleichspargel"-Sorte "Schwetzinger Meisterschuss" sind die Spargelfreunde traditionell eher dem weißen Spargel verbunden. Daher setzt auch Hubert Merz auf den weißen Spargel. Dieser ist zwar etwas aufwändiger zu ernten als der oberirdisch wachsende grüne Verwandte, aber "mit drei Mitarbeitern (pro ha) ist das problemlos zu machen."
Guten und frischen Spargel erkennt man daran, dass er glatt und glänzend ist, feuchte Schnittflächen hat und quietscht, wenn man die Stangen aneinander reibt. Außerdem sollten die Spitzen geschlossen sein. Im Internet unter der Adresse www.spargelseiten.de findet man eine hervorragende Sammlung verschiedenster Rezepte, bei denen mit Sicherheit jedermann etwas für seinen Geschmack findet. "Denn Spargel, Schinken, Koteletts sind doch mitunter auch was Netts”, sagte eins schon Wilhelm Busch.
