Landesverband Baden-Württemberg

Presseinformation

Geheimanbau von Genraps auch in Baden-Württemberg?

Bioland fordert von Landwirtschaftminister Peter Hauk eine umfassende Aufklärung zur Sortenprüfung mit Genraps

Esslingen, 23. November 2006. Nur durch Zufall wurde der jahrelange Geheimanbau von Genmais im Rahmen der Bundessortenprüfung im nordrhein-westfälischen Greven öffentlich. Bundesweit listete das Bundessortenamt auf Bioland-Anfrage insgesamt 105 Standorte auf, ausschließlich mit Genmais. In Baden-Württemberg sind dies die Standorte Ahausen, Aulendorf, Bönnigheim, Buggingen, Eckartsweiher, Endingen, Freiburg, Ladenburg, Lichtenau, Linx, Markdorf-Stadel, Menzingen, Neckarmühlbach, Oberboihingen, Orschweiher, Veinau, Walldorf und Wolpertshausen. Es fehlt aber weiterhin die flurstücksgenaue Lage der Wertprüfungsflächen. Zudem gesteht das baden-württember-gische Landwirtschaftsministerium in einem Schreiben an Bioland ein, dass die jeweiligen Bewirtschafter der benachbarten Felder nicht über den GVO-Anbau in ihrer unmittelbaren Umgebung informiert worden sind und es keine begleitende Sicherheitsuntersuchungen zu eventuellen Auskreuzungen gab.

Wie nun durch Angaben der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen bekannt wurde, fanden auch Wertprüfungen mit gentechnisch verändertem Raps statt. "Der Geheimanbau von Genraps - vermutlich ohne jegliche Schutzmaßnahmen - stellt eine neue Dimension dar", so Matthias Strobl von Bioland Baden-Württemberg. "Bioland befürchtet, dass auch in Baden-Württemberg Wertprüfungen mit Genraps ohne Wissen der benachbarten Landwirte durchgeführt wurden."Genraps ist aufgrund der hohen Auskreuzungsgefahr besonders kritisch zu bewerten. Selbst Minister Peter Hauk hält Genraps in den kleinparzellierten Realteilungsgebieten Baden-Württembergs für nicht koexistenzfähig.

"Mit der Geheimniskrämerei muss jetzt endlich Schluss sein", so Matthias Strobl. Im Interesse aller Bauern fordert Bioland von Minister Hauk ,die Standorte aller Sortenprüfungen vor dem Jahr 2005 flurstücksgenau offen zu legen, und zwar für alle gentechnisch veränderten Pflanzen einschließlich Raps.

Dass auch kleine Anbauflächen mit gentechisch veränderten Pflanzen eine schwerwiegende Folgen haben können, zeigte der Skandal um den Gen-Reis "LLRice 601" der Firma Bayer CropScience. Dabei verursachte eine "kleine" Freisetzung eine großflächige Verunreinigung von Reis mit einem sehr hohem wirtschaftlichem Schaden.

Bioland ist mit über 4500 Erzeugern und 720 Partnern in Lebensmittelhandwerk und -industrie der größte Verband im ökologischen Landbau in Deutschland.

Weitere Informationen: Bioland Baden-Württemberg: Matthias.Strobl, Tel.: 0177-7377208 und/oder Birgit Esslinger, Tel.: 0711-550 939-54, birgit.esslinger-bw@bioland.de

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