Landesverband Baden-Württemberg

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Brot muss rein bleiben!

Bioland-Bäcker protestieren mit Tütenaktion gegen Gentechnik

Ährensache - Ohne Gentechnik Stuttgart,8.3.07. Brot ist ein Grundnahrungsmittel, das frei von gentechnisch veränderten Rohstoffen bleiben muss. Auf diese Forderung machen rund 500 Bäckereien bundesweit mit einer Tütenaktion "Ährensache – ohne Gentechnik!" aufmerksam. Im Rahmen dieser Aktion, initiiert von Bioland und der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.) in Zusammenarbeit mit elf weiteren Organisationen, werden über 1,3 Millionen Brottüten ausgegeben.
Anlass für die Tütenaktion ist die Bedrohung einer der größten Genbankbestände der Welt für alte Getreidesorten in Gatersleben (Sachsen-Anhalt). Dort werden unter anderem auch alte Brotgetreidesorten bewahrt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat in unmittelbarer Nachbarschaft die Freisetzung von gentechnisch verändertem Weizen genehmigt. Das ist eine akute Bedrohung der alten Getreidesorten, deren Keimfähigkeit durch Freilandaussaaten erhalten wird.
"Wir wollen mit der Tütenaktion für das Thema sensibilisieren", erläuterte Anke Kähler, Bioland-Bäckereiberaterin. "Brot ist ein Grundnahrungsmittel, das einem absoluten Reinheitsgebot unterliegen muss." Die Kunden sind aufgefordert, sich aktiv an der Protestaktion zu beteiligen. Jeder Brottüte ist ein Handzettel mit einer Postkarte an Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer beigelegt.
An der Tütenaktion, die bis in den April hinein andauern wird, beteiligen sich in Baden-Württemberg rund 15 Bioland-Bäckereien. Zum Beispiel das Backstüble Zuck & Kaun in Konstanz. "Trotz der fast 30.000 Widersprüche gegen die Freisetzung direkt neben einer der größten Genbanken der Welt im sachsen-anhaltinischen Gatersleben ebnet die Bundesregierung der Agro-Gentechnik weiter den Weg", kommentiert das Konstanzer Bäckerehepaar die Fehlentscheidung. Die Bedenken vieler Menschen werden übergangen. "Unsere Kunden wollen keine gentechnisch veränderten Backwaren. Hier vergreifen sich Politik und Wissenschaft durch Genmanipulation von Weizen an unser aller täglich Brot", so Ulrike Kaun und Akim Zuck.

Als Bioland-Bäckerei machen sich Akim Zuck und Ulrike Kaun große Sorgen sowohl um die zukünftige Lebensmittelqualität und gesundheitliche Unbedenklichkeit des Hauptnahrungsmittels Weizen als auch um die wirtschaftlichen Konsequenzen für Bäcker und Bio-Bauern. Seit 2004 bietet das Backstüble Zuck & Kaun Brot in Bioland-Qualität an. Bis Ende 2007 soll das komplette Sortiment auf "Bio" umgestellt sein. Sämtliche Mehle für Brot und Kuchen stammen von Bioland-Betrieben aus der Region.

Weitere Informationen zur Aktion: www.keine-gentechnik.de/aktion/aehrensache.html

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