Landesverband Baden-Württemberg
Presseinformation
Bioland begrüßt 1000. Mitglied und 250. Verarbeiter
(Bad Boll, 22.01.2008) - "Endlich haben wir die 1000 geschafft", freut sich Uli Natterer, Vorsitzender von Bioland Baden-Württemberg über den Zuwachs zum Jahresbeginn. Insgesamt hat der größte deutsche ökologische Anbauverband im Südwesten jetzt 1010 Mitglieder. Das 1000. Mitglied und der 250. Verarbeiter wurden auf der Landesdelegiertenversammlung in Bad Boll geehrt. Es sind der Ziegenhof Domäne Weil in Ostfildern bei Stuttgart und Jörg Kimmich von Kimmichs Sauerkonserven in Aichtal.
Der Ostfilderner Ziegenhof ist der dritte Betrieb der Arbeits- und Begegnungsstätten Arbeg gGmbH. Diese gemeinnützige Gesellschaft in Wernau will möglichst viele Arbeitsplätze für psychisch Behinderte schaffen. Dazu haben sie im März 2007 die 54 Hektar große Domäne Weil vom Herzog von Württemberg übernommen und dort zunächst mit konventioneller Geflügel- und Ziegenhaltung begonnen. "Viele Verbraucher haben bei uns nach Bio-Produkten gefragt", berichtet Projektleiter Rolf Sauter. Da sich der staatlich geprüfte Landwirt dem Biolandbau auch persönlich verbunden fühlt, ist der Betrieb seit 1. Januar 2008 Mitglied bei Bioland. Bisher haben Sauter und sein sechsköpfiges Team vor allem die Lämmer als Fleisch vermarktet, doch künftig wollen sie Milch, Käse und Co. herstellen. "Geplant ist der Ausbau unserer Herde auf 300 Ziegen, der Bau von neuen Stallungen, einer eigenen Käserei sowie eines Hofladens mit Café. Später können hier 20 Menschen arbeiten", freut sich Sauter. Ziegen sind ideale Partner für psychisch kranke Menschen: "Diese kleinen Nutztiere sind weniger bedrohlich als Rinder. Im Gegensatz zum Schaf sind Ziegen Individualisten. Da bekommt der Tierhalter viel mehr Feedback. Das macht die Arbeit interessant und anregend", ist Sauter überzeugt. Mehr über den Betrieb und seine sozialen Hintergründe findet sich unter www.arbeg.de
Auch Biolands 250. baden-württembergischer Verarbeiter stammt aus dem Landkreis Esslingen. Die Kimmichs Sauerkonserven in Aichtal bieten seit kurzem Bioland-Sauerkraut an. "Unsere Kunden der Fleischfachgeschäfte und im gehobenen Lebensmittelhandel haben uns in letzter Zeit häufig auf Waren in Bioqualität angesprochen. Wir wollten aber nicht einfach unsere konventionellen Produkte kopieren, sondern etwas Neues schaffen. So entstand unser regionales Bio-Filder-Spitzkraut", berichtet Jörg Kimmich vom Feinkost-Hersteller. Das Spitzkraut dafür stammt vom benachbarten Bioland-Betrieb Alber. Doch aller Anfang ist schwer. So gibt es beispielsweise kein Bio-Saat für Filder-Spitzkraut, das sich zur industriellen Weiterverarbeitung eignet. Neuland betritt das Unternehmen aber auch bei der Vermarktung seiner Bioware. Die ersten Dosen stehen im Hofladen von Albers zum Verkauf, weitere Vertriebspartner werden gesucht. "Mit unserem Filder-Spitzkraut in Bioland-Qualität bieten wir ein traditionsreiches Spitzenprodukt der kurzen Wege an, das voll im Trend liegen müsste", ist Kimmich zuversichtlich. Weitere Infos unter www.kimmichs.de
