Landesverband Baden-Württemberg
Presseinformation
Ein Fehlstart ins Neue Jahr
Baden-Württemberg rutscht bei der Ökolandbauförderung in den Keller
(Stuttgart, 17. Februar 2009) - Trotz ständig steigender Nachfrage nach Bioprodukten verschläft die Landesregierung den Biotrend. Während die meisten anderen Bundesländer ihre Flächenprämien für ökologisch wirtschaftende Betriebe zum Jahresbeginn erhöht haben, bleiben die Zahlungen im Südwesten auf niedrigem Niveau stecken.
So erhalten die badischen und schwäbischen Bio-Bauern nach wie vor 150 Euro pro Hektar Acker und Grünland. Ihre bayrischen Kollegen bekommen dagegen im ersten und zweiten Jahr nach der Umstellung auf Bio 300 Euro und danach 210 Euro pro Hektar. Sachsen hat seine Prämien auf 324 Euro im ersten und zweiten Jahr und danach auf 204 Euro pro Hektar angehoben. In Thüringen ist der Biobauer mit 187 Euro/Hektar dabei. Andere Länder planen eine Erhöhung. Lediglich in Niedersachsen und Brandenburg absolvieren die Biobauern genau wie die hiesigen Betriebe eine Nullrunde. So steht das einstige Musterländle im Ländervergleich bei der Förderung der Biobauern immer schlechter da. Dabei hatten sich Bund und Länder auf einen höheren Förderrahmen verständigt, der es den Bundesländern ermöglicht, ab 2009 ökologische Umweltleistungen von Biobetrieben besser zu honorieren.
"Das Landwirtschaftsministerium sollte die neuen Fördermöglichkeiten schnell und vollständig ausschöpfen und die heimische Biolandwirtschaft wirkungsvoll unterstützen. Gerade die kleinen baden-württembergischen Familienbetriebe mit ihren Hanglagen und schwierigen Produktionsbedingungen brauchen dringend mehr Unterstützung, um ihre Existenz zu sichern. Schließlich erhalten sie unsere charakteristischen Landschaften, die auch für den Tourismus unentbehrlich sind", beton Matthias Strobl, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL). Mit dem neuen Förderrahmen könnte Baden-Württemberg die Ökoprämien pro Hektar Acker- und Grünland von derzeit 150 auf 204 Euro/ha anheben.
Der Biolandbau leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Klima, Boden, Wasser sowie der Biodiversität und schafft darüber hinaus qualifizierte Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Diese gesellschaftlich relevanten Leistungen gilt es zu fördern.
Diese Pressemitteilung wurde herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL - Bioland | Demeter | Naturland | Ecovin | Ecoland) :
AÖL e.V. Geschäftsstelle Schelztorstraße 49, 73728 Esslingen, Tel. 0711-550939-69, Fax: 550939-50
