
Landesverband Baden-Württemberg
Stuttgart (pm) 19.04.2010. Rund 22 Kilogramm Tomaten verzehren wir durchschnittlich pro Jahr. Doch Tomate ist nicht gleich Tomate. Wer besonders leckere oder urige Früchte will, sollte sie selbst züchten. Gerade für Hobbygärtner gibt es eine riesige Vielfalt. Bioland-Bauer Thomas Hägele aus Bühlertann bei Schwäbisch Hall zieht auf seinem Hof 130 verschiedene Sorten groß. Allein die Namen der Nachtschattengewächse verraten schon viel: So ist "Banana Legs" eine längliche gelbe Sorte mit leicht säuerlichem Geschmack. Die "Zahnradtomate" ist auf Zack wie die gleichnamige Bahn und "Beefsteak" ist selbstredend eine fette Fleischtomate. Echte Originale sind "Fuzzy Wuzzy", eine Buschtomate oder Tigerella, ein gestreiftes Modell. Schnelle Ernten versprechen die dunkle "Black Cherry" und "Matina" mit dem Kartoffel-Laub. Wer seine Nachbarn ausstechen will, pflanzt "Himmelstürmer", die mit bis zu fünf Metern Höhe einfach überragend ist. In punkto Geschmack ist "Ruthje" die Größte.
"Die vielen verschiedenen Farben, Formen der Früchte und die Wuchsformen der Tomaten machen die Aufzucht für mich sehr interessant. Außerdem steigert das große Angebot die Nachfrage nach meinen Pflanzen. Gerade die Kunden haben mich auf spezielle Sorten angesprochen", begründet Thomas Hägele seine Sammelleidenschaft. Darüber hinaus hat Vielfalt bei ihm Programm. Neben Tomaten, Salaten und Co. Gedeihen in seiner Gärtnerei circa 60 bis 80 Sorten Peperoni und Cilli.
Die Samen kauft der Tomatenfreund Hägele bei biologischen Saatgutfirmen in Deutschland und Europa ein. Raritäten und alte Landsorten stammen aber auch von privaten Züchtern oder speziellen Vereinen zur Erhaltung der Artenvielfalt wie Arche Noah in Österreich oder pro specie rara in der Schweiz. Solche lokalen Sorten sind manchmal weder bei deutschen noch beim europäischen Sortenamt registriert. "Die muss ich dann als Zierpflanzen deklarieren", bedauert Thomas Hägele.
Ab Mitte März sät der gelernte Gärtner seine Samen in mit Kompost vermischter Anzuchterde aus. In rund acht Wochen entwickeln sich daraus 20 bis 30.000 verkaufsfertige Pflänzchen. Im Gegensatz zu konventionellen Tomaten, die mit Chemikalien künstlich klein gehalten – im Fachjargon gestaucht - werden, brauchen Bio-Tomaten mehr Platz. Das heißt: größere Töpfe und mehr Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen im Gewächshaus.
Ansonsten benötigen Tomaten zum Wachsen einfach Wärme. Hobbygärtner sollten ihre neue erworbenen Pflanzen in einen humus- und nährstoffreichen Boden setzen und immer schön feucht halten. Wenn die Früchte sich verfärben, mit dem Gießen nachlassen. Dann schmecken sie besser. "Da in den letzten Jahren die Kraut- und Braunfäule zugenommen haben, sollten die Blätter möglichst selten nass werden. Daher die Pflanzen mit einem Dach schützen oder sie gleich in einem großen Topf oder Eimer an die Hauswand stellen", rät Hägele. Natürlich gibt es unter den vielen Sorten auch besonders robuste. Dazu gehören die "Rote Murmel", eine Wildtomate, und die leckere "Matina".
Die pflanzliche Vielfalt von Thomas Hägele ist zu bekommen bei den Ludwigsburger Gartentagen am 1. und 2. Mai, auf dem Süddeutschen Käsemarkt in Wackershofen am 8. und 9. Mai, auf den Wochenmärkten in Obersontheim und Schwäbisch Hall sowie im Hofladen in Bühlertann, Ziegelstraße 8, Tel: 07973-910558.
P.S.: Rundherum kerngesund
100 Gramm Tomaten enthalten nur 17 Kalorien, sind aber reich an Nährstoffen wie Kalzium, Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Zink und Selen. Auch in punkto Vitamine glänzt das Gemüse: Neben Vitamin A, E und viel C haben sie zahlreiche B-Vitamine wie Pantheonsäure, Folsäure und Biotin. Damit stärken sie unsere Immunabwehr und unser Nervensystem. Darüber hinaus regen sie die Verdauung an und schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ihre leuchtenden Farben - außer kräftig roten, gibt es auch satt gelbe - verdanken die Früchte den Karotinoiden, vor allem dem Lykopin.