Landesverband Baden-Württemberg

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Ökolandbau: Mehr Nachfrage als Angebot

(Stuttgart, 14.02.2012) – Nach wie vor befindet sich der Ökolandbau in Baden-Württemberg auf einem Wachstumskurs. Allerdings steigt die Nachfrage nach Bio-Produkten stärker als die heimische Erzeugung.

Die in Baden-Württemberg nach Bioland-Richtlinien bewirtschafteten Flächen nahmen im vergangenen Jahr um 2.172 Hektar auf 48.663 Hektar zu. Das entspricht einem Anstieg um 4,67 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Bioland-Höfe um 3,35 Prozent auf jetzt 1.202 Betriebe. Auch bei den Bioland-Verarbeitern und Händlern zeigte sich dieser positive Trend: 321 Unternehmen im Land – und damit gut 4,22 Prozent mehr als im Vorjahr – sind heute Vertragspartner von Bioland. Damit hat sich das Angebot an heimischen Bioland-Waren zwar insgesamt erhöht.

Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Bio-Produkten jedoch deutlich stärker: Um 9 Prozent legte 2011 in Deutschland der Umsatz mit Bio-Produkten zu, meldet der Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) heute zum Beginn der Biofach-Messe in Nürnberg. "Damit klafft die Schere zwischen heimischer Erzeugung und Nachfrage immer weiter auseinander", bilanziert Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer des Bioland Landesverbands Baden-Württemberg. "Immer mehr Nachfrage nach Bio-Produkten muss durch Importe bedient werden."

Um diese negative Entwicklung umzukehren, sind verlässliche Rahmenbedingungen für die Landwirte entscheidend. Zwar hat die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg den Förderstopp für die Umstellung auf ökologischer Landwirtschaft wieder aufgehoben, den die Vorgänger beschlossen hatten. "Um den Ökolandbau mit seinen vielfältigen positiven Leistungen für Mensch und Umwelt schwungvoll voran zu bringen, brauchen wir jedoch weitere gemeinsame Anstrengungen und ein gesundes Zusammenspiel zwischen Verbänden, Markt und Politik", bekräftigt der Agrarökonom Eichert. So müsse auch der von der Landesregierung auf den Weg gebrachte Aktionsplan Ökologischer Landbau nachgebessert werden. "Es genügt nicht", so Eichert, "in Reden auf Regionalität und heimisches Bio zu setzen: Wir brauchen als Basis dafür auch einen schlagkräftigen Ausbau der regionalen Vermarktungsstrukturen".

Mit den Bioland-Erzeugergemeinschaften existieren hier im Südwesten über Jahrzehnte gewachsene Strukturen, die viel Know-how gesammelt und tragfähige Netzwerke geknüpft haben. Die gemeinsame Herausforderung für die Zukunft besteht jedoch darin, die weiter wachsende Nachfrage mit dem hiesigen Angebot in Einklang zu bringen und damit den heimischen Sektor auch quantitativ für die Anforderungen eines wachsenden Marktes besser aufzustellen. Denn die ökologische Lebensmittelproduktion ist vom Verbraucher gewünscht, schafft neue Arbeitsplätze im Land, verbessert die Wertschöpfung und Lebensqualität im ländlichen Raum, schont die Umwelt und dient dem Tierschutz.

Mit der Gründung des Bioland-Verbands haben baden-württembergische Bauern vor über 40 Jahren eine gesellschaftliche Vorreiterrolle übernommen. Auch heute kann der Südwesten eine innovative Kraft sein, um Modelle für den ländlichen Raum zu entwickeln, die mehr auf Qualität als auf Masse setzen. "Den Mehrwert des Biolandbaus für unsere Landwirte, Gesellschaft und Umwelt können wir nutzen, wenn wir die nachgeschalteten Verarbeitungsstufen gemeinsam mit der neuen Landesregierung und den Partnern am Markt konsequent weiter ausbauen. Wir brauchen jetzt einen konsequenten Willen bei Politik und Marktakteuren, um uns die sich am Markt bietenden Chancen und den Verbraucherwunsch nach heimischem Bio nicht entgehen zu lassen", fordert Eichert.

Weitere Informationen unter www.bioland-bw.de

 

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Bioland - Ökologischer Landbau